KIRCHTURM

Zeitreise

Stadtwappen

Stadtkirche

St.Marien

Postsäule

Home

Geschichte des Kirchturmes
 

Vor und während des 30-jährigen Krieges zeichnete der Maler Wilhelm Dilich (1572-1650) die meisten sächsischen Städte und legte Grundrisse an. Diese Abbildungen sind sehr wertvoll, weil sie oft die einzigen sind, die die Städte so zeigen, wie sie vor dem Krieg aussahen. Auch sind sie wappenkundlich sehr wichtig, da Dilich häufig in eine Ecke des Bildes das Wappen oder Siegel der betreffenden Stadt zeichnete.

Hier eine Federzeichnung aus dem Jahre 1626. Sie ist wahrscheinlich die älteste bekannte Darstellung.

Renoviert wurde der Kirchturm in den Jahren 1594 und 1656. Der Turm zeigt ein steiles dt. Satteldach mit Giebelchen und einem Dachreiter. Aber bereits 1719 war dieser Turm wieder stark reparaturbedürftig. Mittel zur Reparatur waren jedoch kaum vorhanden.
Eine 1721 landesweite durchgeführte Kollekte brachte auch nicht den gewünschten Erfolg. So musste für die notwendigen Bauarbeiten ein Darlehen aufgenommen werden. Erst 1738 war der Bau vollendet. Über dem rechteckigen Turm zeigte sich nun ein nicht stilgerechter achteckiger Aufsatz mit einer barocken Haube. Am 28. Oktober 1738 wurde der Knopf nebst der Fahne und dem Stern aufgesetzt.

Knapp 120 Jahre später war der auf losem Grund stehende Turm wieder dem Einsturz nahe und es wurden Reparaturmaßnahmen erwogen. Am 24. April 1854 stürzten abends Teile der Nordseite des oberen Mauerwerkes ein. Daraufhin wurde nach langen Verhandlungen über die Finanzierung eines Neubaues mit dem Abtragen des alten Turmes begonnen

Am 8. September 1856 wurde mit den Erdarbeiten für den neuen Turm begonnen. Wegen der schlechten Beschaffenheit des Baugrundes wurde zur Verbesserung der Tragfähigkeit ein Rost aus 137 Eichenpfählen von über 7 m Länge in den losen Boden gerammt. Um das Kirchenschiff durch das Einrammen der Pfähle nicht zu beschädigen, wurde das Fundament abseits angelegt. Im Juni 1859 waren die Maurerarbeiten und Ende Juli die Zimmermannsarbeiten und das Eindecken beendet.

 

Gleichzeitig mit dem Bau des Turmes wurden der Verbindungsbau zwischen Turm und Kirchenschiff sowie zwei neue Strebpfeiler an der Westseite der Kirche errichtet. Am 27. Juli 1859 wurde der Turm feierlich eingeweiht. Der Bau kostete 34.000 Taler.
Der neugotische Turm ist bereits der 5. Turm und wurde nach den Entwürfen von August. F. Stülers errichtet, er ist 86 m hoch und ist das Wahrzeichen der Stadt Kemberg.

  

Die nächste größere Sanierung erhielt der Turm in den Jahren 1991 bis 1993.

Es wurden umfangreiche Sicherungsarbeiten an den Sandsteintürmchen durchgeführt. Tausende von Mauersteine wurden ausgewechselt und das Mauerwerk neu verfugt. Ebenso wurden Dach, Fenster und Eingangstür zum Turm erneuert sowie eine neue Uhr installiert. Die Kosten dieser Sanierungsmaßnahmen beliefen sich auf mehr als 1,5 Mio. DM
Das Geläut der Turmes
Im Turm befinden sich 3 Glocken.
Die älteste der 3 Glocken ist die mittelgroße. Ihre Entstehungszeit ist nicht genau bestimmbar. Experten stufen sie jedoch auf die Zeit um 1300 ein.
Die Glocke hat einen Durchmesser von ca. 1,06 m und eine Höhe von ca. 0,90 m.
Ihre Inschrift lautet: O rex gloriae Christe, veni cum pace ( O König der Ehren, Christus, komm mit Frieden ) O Maria.
Die kleine Glocke hat einen Durchmesser von ca. 0,63 m und eine Höhe von ca. 0,59 m. Sie trägt die gleiche Inschrift und die Jahreszahl 1496.
Die große Glocke hat einen Durchmesser von ca. 1,58 m und eine Höhe von ca. 1,40 m.  
Ihre Inschrift: Consolor viva fleo mortura fugo nociva (Ich tröste die Lebenden, ich beweine die Gestorbenen, ich vertreibe die Schäden) und trägt ebenfalls die Jahreszahl 1496. Außerdem zeigt sie das Bild Gottes, der Maria mit dem Jesuskind und der Kreuzigung des Herrn sowie den Namen des Praepositus Dom, Theodoricus List, unter dem diese beiden Glocken angeschafft wurden. 

An der Südwestseite des Turmes befinden sich zwei Uhrglocken. Diese sind fest angebracht und werden mit einem Hammer zum Klingen gebracht.
Die Viertelstundenglocke hat einen Durchmesser von ca. 0,47 m und eine Höhe von ca. 0,40 m. Die Stundenglocke ist fast doppelt so groß. Ihr Durchmesser umfasst ca. 0,86 m und sie hat eine Höhe von ca. 0,73 m.
nach oben

Design by Duel4u

Best viewed in IE6+ 800x600 32bit Colors

nach oben