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Geschichte der Stadtkirche St. Marien

Die Stadtkirche St. Marien entstand etwa in der Zeit von 1290 - 1340. Sie wurde in Form einer dreischiffigen Hallenkirche mit Sternengewölbe aus Backsteinen gebaut und man erkennt unverwechselbar den spätgotischen Stil.

Die Verlegung der Propstei wurde wegen häufiger Überschwemmungen im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts von Pratau nach Kemberg verlegt. Damit gewann die Stadt an der Handelsstrasse mit ihrer neuen großen Kirche an Bedeutung.

Wesentliche bauliche Veränderungen erfuhr die Kirche in der vorreformatorischen Zeit vermutlich unter Propst Löser durch den Anbau der Sakristei sowie den Umbau der Vorhalle zur Haupteingangstür an der Südseite. Das Mittelschiff der Stadtkirche mit ca. 400 Plätze.

Mitte des 16. Jahrhunderts wurde der Innenraum der Kirche verändert. „Trestka-Malereien“ aus der katholischen Zeit wurden überpinselt, jedoch bei späteren Renovierungsarbeiten wieder freigelegt. Auch wurden zu dieser Zeit die Emporen eingebaut. Sehenswert ist z.B. die an der Südempore befindliche Armenbibel (biblia pauperum), die Szenen aus dem 1. Buch Mose zeigt.

Im Jahre 1564 erhielt die Stadtkirche eine neue Orgel. Weitere folgten in den Jahren 1596 und 1807. Seit 1930/31 steht die von der Firma Sauer aus Frankfurt a. d. Oder eingebaute Orgel, die elektro-pneumatisch angetrieben wird.

Propstei

heutiges Pfarrhaus

1559 erfolgte der Bau eines neuen Propsteigebäude und 1851 Bau des Pfarrhauses in der Leipziger Straße.

[Bild026 Pfarrhaus Leipzigerstrasse]

Im Zusammenhang mit der Geschichte der Reformation wird Kemberg als die "Wiege der 95 Thesen" genannt. Hier soll Luther und Melanchthon bei einem Besuch im Jahre 1517 mit dem damaligen Papst Ziegelheim unter der Linde im Pfarrgarten des Probstes an den 95 Thesen, wider den Ablaßhandel gearbeitet haben. Probst Bernhardi sein Freund und damaliger engster Vertrauter, war der erste Geistliche der seine Wende zur Reformation mit einer Priesterehe besiegelte. Bernhardi heiratete 1521 die Kemberger Patriziertochter Gertaude Pannier. Sein Grabmal befindet sich neben seines Nachfolgers und Schwiegersohnes Wankel an der Nördlichen Umfassungsmauer (gegenüber den Haupteingang). 
Nachweislich gibt es noch weitere Verbindungen zu Kemberg und dem Reformator. Luther selbst, soll 14 Predigten von der Kanzel unserer Stadtkirche gegeben haben. 
Ganz sicher ist es, dass der Leichnam Luthers auf seiner Fahrt von Eisleben, die Stadt, in der Martin Luther 1483 geboren wurde,  nach Wittenberg , der Stadt seiner Wirkung, in der Nacht vor seiner Beisetzung am 21. Februar 1546 in der Stadtkirche Kemberg aufgebahrt wurde. 50 Bürger hielten ihm die Ehrenwache. Dieser nochmalige Halt so kurz vor dem Ziel geht wohl auf die Bitte von Luthers langjährigem Freund und Wegbegleiter Bartholomäus Bernhardi zurück, dem damaligen Kemberger Propst. Eine bronzene Lutherbüste und eine Gedenktafel erinnert bis zu dem heutigen Tag an den Aufbahrungsort.
Seit dem Jahre 1917 erinnert auf dem Kirchplatz eine inzwischen mächtige Eiche an die in den Jahren der Reformation gewachsene enge Beziehung dieser kleinen Stadt zu Wittenberg, zu den Reformatoren und besonders zu Martin Luther. Kemberg gehört zu den evangelischen Orten, deren Wappen in den Fenstern der Schlosskirche in Wittenberg aufgeführt sind.

Sehenswürdigkeiten, die das Zentrum der Stadtkirche bildeten bietet der 1565 aufgestellte Flügelaltar, der in der Wittenberger Cranach-Werkstatt in Auftrag gegeben wurde. Hier konnte man erkennen, wie schön sich die Tradition des klappbaren Altars mit zwei Flügelpaaren, Gesprenge und Predella, mit einer ausgewählt protestantischen Ikonographie verbindet.

Wie in dieser Zeit üblich ist nämlich das Bild der Taufe Christi um die Anwesenheit der beiden ersten evangelischen Prediger von Kemberg, Bartholomäus Bernhardi  und Matthias Wanckel und die der 4 „Grossen aus Wittenberg“ vermehrt, den Reformatoren Martin Luther, Philipp Melanchthon, Johannes Bugenhagen und Justus Jonas. Auch der Maler Lukas Cranach ist dort abgebildet.  Leider fiel dieser von Lukas Cranach dem Jüngeren gemalte Altar in der Kemberger Kirche am 8./9. November 1994 einem Schwelbrand zum Opfer. Der größte Teil seiner Bilder wurde zerstört. Die Kemberger sind sehr dankbar, dass ausgerechnet dieses Bild zu den Dreien gehört, die wohl der Nachwelt erhalten werden können. Die erhalten gebliebenen, restaurierten Teile dieses unvergleichlichen Kunstwerkes können in der Sakristei an der Nordseite der Kirche besichtigt werden. Sie stellen den Sündenfall, die Sintflut und die Taufe Christi im Beisein der Wittenberger sowie Kemberger Reformatoren dar.

Sehenswürdigkeiten

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